Am letzten Mittwoch, dem Tag vor Allerheiligen, in Neudeutsch "Halloween" genannt, hat eine kleine Gruppe von Menschen beschlossen, sich der allgemeinen Grusel- und Knochenstimmung nicht anzuschliessen und in gemütlicher Atmosphäre guter, handgemachter Musik zu lauschen. Das ganze nennt sich dann "Heimspiel" und ist eine Versanstalltung mehrerer Erlanger Musiker, zumeist im Bereich Singer/Songwriter angesiedelt. Da ich inzwischen ja auch ein halber Erlanger bin (mit dem Herzen aber noch Bayer), und hier langsam auch musikalisch Wurzeln schlage, bin ich zu der Veranstaltung denn auch hin - man will ja Leute kennenlernen, und überhaupt war das ganze im Kaffee Lorleberg, was gutes Bier und guten Kaffee verheisst. Ach, da steh ich nun mit meiner alten X-500, drei Objektiven in einer gesteckt vollen Kneipe, überlege wie ich die Wechslerei den diesesmal mache (es war wirklich gesteckt voll, auf den Tischen war schon gar kein Platz die Objektive abzustellen, überall wimmelte es von Biergläsern und Aschenbechern), da sagt einer der Verantwortlichen zur Wirtin: "Dimm doch mal die Lichter, es ist noch zu hell". Die Wirtin tat dies denn auch, und für mich war es wieder ein Abend voller "No-Light" Photographie, erhellt durch eine Lampe hinter den Musikern und ein paar (rote!) Leuchtbänder, die sich auch noch um massenhaft im Weg stehende Mikroständer geschlängelt haben, direkt davor die Leute und überhaupt: War ein toller Abend. Nur halt ohne Licht. Egal. Machen wir das beste draus:
Was mir an diesem Abend dann wirklich gefallen hat, war der Einsatz des 85ers. Ach, da kommt man so schön na ran. Es haben sich unter die zumeist männlichen Herrschaften (ein wenig über meinem Alter, man war schon gesetzt. Typisches Singer/Songwriter/Folk Publikum halt: Eine Gaussglocke mit Standartabweichung 5 Jahre bei 35 ansetzen ;-) auch zwei Sängerinnen gemischt. Eine davon wurde begleitet von einem wunderbaren Konzertgitarristen, konnte also stehen und stellte sich damit auch ein wenig besser ins Licht (besser heisst nicht gut). Aber es geht ja nicht um Licht, sondern um eine tolle Stimme, und die hatte sie - strahlender Soul, leichte Jazzanleihen, aber immer mit viel Ausdruck:
Aber ach, auch von ein wenig weiter weg, so "normal" bleibt halt immer noch die geniale Musik. Dieser Herr konnte mich (und die anderen) wirklich begeistern. Die Homepage seiner Combo findet sich unter http://www.salesmen.de Mit Musik. Absolut hörenswert!
Ich könnte noch so viel schreiben, aber irgendwann muss Schluss sein. Die komplette Serie, mit den ganzen Eindrücken und viel mehr Musik, Emotionen, Gesang, Sängern und -innen, garniert mit ganz wenig Licht findet sich unter
http://www.bingo-ev.de/~mm3055/heimspiel.rar
Ach, einen gib' ich noch zum besten. Das ist der Point, bei dem ich in Zukunft in der Band "Zimt" die Leadgitarre, das Akkordeon, Fender Rodhes und Backgroundgesang bediene:
Und als Abschluss bleibt zu sagen: Der erste Film war von Fachlabor total verhaut worden. Unterentwickelt, Löcher in der Emulsion und festgebackene Fusseln drauf. Die Folge: 3h Arbeit am Computer, um die Staubkörner zu entfernen und weisse Flecken zu füllen. Stimmungsvolle, aber sehr dunkle Bilder (der zweite Film war vollkommen i.O. - ich habe meine Arbeitsweise nicht zwischen den Filmen gewechselt). Eine weitere Folge: Ein Entwicklungstank und eine Flasche Rodinal, Fixierer und Netzmittel sind zu mir unterwegs. Ich werde mich an der Selbstentwicklung versuchen. Jo. Jetzt reichts mit fremdverhunzten Filmen. In Zukunft bin ich selber schuld.
Servus miteinander,
Markus
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